Nachdem meine Katze plötzlich ein paar Kätzchen von irgendwoher angeschleppt hatte, klopfte ein Polizist an meine Tür.

TIERE

Nachdem meine Katze auf mysteriöse Weise ein paar Kätzchen von wer weiß woher angeschleppt hatte, klopfte es heftig an der Tür.

Die Nacht hatte friedlich begonnen. Ich stand am Tisch und faltete Wäsche, als plötzlich Lilis Schrei durchs Wohnzimmer gellte:

„Mama! Sie hat schon wieder was im Maul!“

„Wer?“ fragte ich, erstarrt mitten in der Bewegung.

„Marsa! Ein Kätzchen! Noch eins!“

Ich stürzte ans Fenster – und traute meinen Augen nicht: Meine getigerte Katze rannte quer durch den Garten, einen winzigen schwarzen Fellball fest zwischen den Zähnen.

In der Ecke des Wohnzimmers, in einem Weidenkorb, lagen bereits vier solcher Winzlinge – Augen geschlossen, Körper warm und samtweich.

Marsa setzte den Neuzugang sanft dazu, leckte ihn ab und legte sich schützend um alle, als gehöre ihnen die Welt nicht.

Woher nahm sie sie? Und warum brachte sie sie einzeln?

Am nächsten Tag pochte es so laut an der Tür, dass die Fensterscheiben zitterten. Lili klammerte sich an meine Hand.

Auf der Schwelle: ein Polizist. Daneben Frau Miller, unsere Nachbarin, deren Augen nichts entging. Ihr Blick war so finster wie ein Gewitterhimmel.

„Haben Sie eine Katze?“, fragte der Polizist ohne Umschweife.

„Ja…“ Ich nickte vorsichtig. „Warum? Ist etwas passiert?“

Er musterte mich einen Augenblick lang, dann sagte er leise:

„Setzen Sie sich besser.“

Ein eisiger Schauer kroch mir den Rücken hinab. Mein Herz setzte einen Schlag aus.

Ich ließ mich auf die Sofakante sinken. Lili drängte sich an mich, und Marsa kam aus der Küche, als wüsste sie, dass es um sie ging. Ihre grünen Augen fixierten den Polizisten.

„Heute Morgen“, begann er, „haben sie im Garten nebenan einen leeren Käfig gefunden. Die Welpen waren weg.“

„Und das?“ Meine Stimme bebte.

„Die Besitzerin behauptet, sie habe gesehen, wie Ihre Katze die Kleinen eins nach dem anderen fortgetragen hat.“
Der Polizist hielt inne, als müsse er die nächsten Worte sorgsam wählen.

Frau Miller seufzte, ihr Blick glitt zu Boden.
„Diese Kätzchen… sie gehören mir. Ihre Mutter ist heute Morgen gestorben. Und deine Marsa…“

Ich sah verwirrt zu meiner Katze, die leise schnurrend ihre Pfoten um die winzigen Körper legte.

„Es tut mir leid wegen des Missverständnisses“, fuhr Frau Miller fort. „Wir wollten neue Besitzer für die Kleinen suchen. Aber offenbar… brauchte Marsa selbst das Gefühl, eine Mutter zu sein. Ich könnte sie sofort zurücknehmen.“

Sie verstummte und betrachtete die Szene im Korb: Marsa leckte jedes Kätzchen mit unendlicher Geduld, als wären es ihre eigenen.

Schließlich lächelte Frau Miller sanft. „Lass sie hier. Ich glaube… es ist besser für alle.“

Ich nickte nur. Marsa schloss die Augen und zog ihre neuen Kinder noch ein Stück näher an sich – als hätte sie geschworen, sie nie wieder herzugeben.

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