„Schaff dir erst mal eine eigene Wohnung an, und dann reden wir weiter!“, sagte ich zu meinem Verlobten 🤨🤨🤨
Anastasia hatte ihre Zweizimmerwohnung in der Sadowaja-Straße im Alter von siebenundzwanzig Jahren selbst gekauft. Um den Immobilienkredit zu bedienen, hatte sie jahrelang auf Urlaub und unnötige Anschaffungen verzichtet; schließlich hatte sie den Kredit in nur sechs statt der vorgesehenen fünfzehn Jahre abbezahlt. Diese Wohnung war also weit mehr als nur ein Dach über dem Kopf: Sie war das Ergebnis harter Arbeit.
Ein Jahr später lernte sie Alexej kennen. Er wirkte ruhig und zuverlässig; eines Tages sagte er zu ihr:
„Von all dem bist nur du es, die für mich zählt. Der Rest spielt keine Rolle.“
Sechs Monate später machte Alexej ihr einen Heiratsantrag und zog kurz darauf bei Anastasia ein. Die Hochzeitsvorbereitungen begannen.
Anastasia trug weiterhin allein alle Kosten für die Wohnung, die Einkäufe und die Nebenkosten. Als sie vorschlug, die Ausgaben zu teilen, erklärte Alexej:
„Nastia, ich spare für unsere Zukunft, für Kinder und um ein finanzielles Polster aufzubauen.“
Er zeigte ihr sogar sein Sparkonto, und sie sprach das Thema nie wieder an.
Drei Wochen vor der Hochzeit schlug Alexej vor, seine Mutter einzuladen.
Larissa Petrowna kam mit Marmelade und Pralinen vorbei; sie lobte die Wohnung, und der Abend verlief in herzlicher Atmosphäre. Sie sprachen über die Hochzeit, den Urlaub und ihr künftiges Familienleben.
Doch während sie Tee tranken, fragte die zukünftige Schwiegermutter plötzlich:
„Nastjenka, wie wollt ihr das mit dem Eigentum nach der Hochzeit regeln?“
„Welches Eigentum?“
„Nun, die Wohnung. Ich finde, es wäre nur fair, Ljoscha noch vor der Hochzeit einen Anteil daran zu übertragen.“ Andernfalls wäre sie in ihrer eigenen Familie niemand: weder zu Hause noch mit irgendwelchen Rechten. Ist das normal?
Zunächst hielt Anastasia es für einen Scherz und lächelte sogar.
Doch Larissa Petrovna sah sie mit größtem Ernst an.
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Anastasia wandte den Blick zu Alexej und erwartete, dass er seine Mutter stoppen würde. Doch ihr Verlobter senkte nur den Blick und sagte ruhig:
„Mama hat recht. Ich wohne hier und trage zum Haushalt bei. Ich finde, ich sollte auch Miteigentümer der Wohnung sein.“
Da begriff Anastasia: Sie hatten das im Vorfeld besprochen. Während Larisa Petrowna ihr weiterhin einredete, es sei „nur fair“, dem zukünftigen Ehemann einen Anteil zu übertragen, wuchs Alexejs Gereiztheit.
„Alexej, erwartest du wirklich, einen Anteil an meiner Wohnung zu bekommen?“, fragte sie direkt.
„Was bin ich denn für dich – ein Untermieter?“, empörte er sich. „Wir leben schon so lange zusammen, und du bist so knauserig!“
„Ich habe nicht vor, einem Mann die Hälfte meiner Wohnung zu schenken, nur weil seine Mutter das für gerecht hält.“
Als Alexej jedoch weiter darauf beharrte, platzte Anastasia der Kragen:
„Verdien dir erst mal selbst eine Wohnung, bevor du den Mund so weit aufmachst!“
Es entbrannte ein heftiger Streit. Alexej schlug mit der flachen Hand auf den Tisch und erklärte:
„Nach der Hochzeit regeln wir das sowieso offiziell – da kommst du gar nicht drum herum!“
Larisa Petrowna beschimpfte Anastasia sofort als geizig und riet ihrem Sohn, eine solche Frau nicht zu heiraten. Daraufhin stellte Alexej eine Bedingung:
„Ich will einen Anteil an der Wohnung. Wir regeln das noch vor der Hochzeit. Sonst sehe ich keinen Sinn darin, überhaupt zu heiraten.“
Schweigsam nahm Anastasia ihren Verlobungsring ab und warf ihn ihrem Verlobten vor die Füße.
„Pack deine Sachen. Und deine Mutter soll auch packen. Raus hier.“
„Meinst du das ernst?!“
„Ernster geht’s nicht. Es wird keine Hochzeit geben. Niemals.“
Nach einer Weile verließen Alexej und seine Mutter die Wohnung. Als sie allein zurückblieb, wurde Anastasia klar: An diesem Abend hatte sie nicht etwa ihren Verlobten verloren. Sie hätte weitaus mehr verloren, wenn sie einen Mann geheiratet hätte, der bei der erstbesten Gelegenheit Ansprüche auf eine Wohnung erhob, für die er keinen einzigen Cent bezahlt hatte.







