Und stell dir vor, wie sie toben wird, wenn sie herausfindet, dass die gemeinsame Wohnung längst auf den Namen meiner Mutter überschrieben ist!

LEBENSGESCHICHTEN

„Und könnt ihr euch vorstellen, wie sie kreischen wird, wenn sie merkt, dass ich unsere gemeinsame Wohnung längst auf den Namen meiner Mutter überschrieben habe?“ prahlte Dima lachend, während er sich das Hemd zuknöpfte.

Elena sah ihn mit hochgezogener Augenbraue an. Sie saß am Bettrand, in einen roten Satinmorgenmantel gehüllt.

„Vielleicht wird’s Zeit, dass du ausziehst, Dima“, sagte sie ruhig und zündete sich eine Zigarette an. „Du hast versprochen, deine Frau rauszuwerfen. Stattdessen schläfst du immer noch mit ihr.“

Dima lachte leise und knöpfte sich das Hemd zu.

„Morgen regel ich das. Heute noch. Ich schmeiße sie raus – sie hat sowieso keine Rechte mehr.“

Er grinste breiter.

„Als ich die Wohnung auf den Namen meiner Mutter überschrieben habe, hat sie nicht mal gezuckt. Sie hat mir blind vertraut. Naiv.“

Elena schüttelte ihr Haar zurück und blies den Rauch zur Seite.

„Oder vielleicht bist du einfach nur feige. Du weißt nicht mal, wie man sich scheiden lässt. Ich kenne Männer wie dich – verkaufen große Träume und landen doch wieder im Ehebett.“

Dima schwieg, grinste nur und ging. Auf dem Heimweg spielte er die Szene durch: Er wirft Kata raus, sie weint, die Kinder schreien – aber in einer Stunde ist alles vorbei. Am Abend ist er frei.

Als er das Wohnhaus betrat, nahm er zwei Stufen auf einmal. Oben steckte er den Schlüssel ins Schloss – doch bevor er drehen konnte, wurde die Tür geöffnet.

Kata stand da. Blass, aber mit einem Blick wie Stahl. Und neben ihr – seine Mutter.

Dima erstarrte.

„Mama? Was machst du denn hier?“

„Ich?“ Ihre Stimme war kühl. „Ich wollte mir meine Wohnung ansehen. Sie gehört doch mir, oder?“

Kata trat einen Schritt zurück und reichte ihm einen Ordner.

„Wir haben ein Problem, Dima“, sagte sie ruhig. „Was du offenbar nicht wusstest: Die Wohnung wurde während unserer Ehe gekauft. Mit gemeinsamem Geld. Und mein Anwalt war sehr interessiert daran, wie du sie ohne meine Zustimmung übertragen konntest.“

„Aber… du hast doch nichts unterschrieben…“

„Eben“, sagte Kata. „Und genau deshalb liegt jetzt eine Strafanzeige wegen Betrugs gegen dich vor. Sowas verjährt nicht so schnell.“

Sie sah ihn an, dann deutete auf seine Mutter.

„Übrigens – sie arbeitet mit uns zusammen. Sie wollte in deinen Mist nicht mit reingezogen werden.“

Dimas Mutter seufzte leise. „Du warst immer ein verwöhntes Kind, Dima. Ich habe gehofft, du wächst irgendwann. Aber jetzt willst du deine Frau und Kinder auf die Straße setzen, für irgendeine billige Affäre? Du hast mich enttäuscht.“

Dima blieb stumm. Seine Gedanken rasten, seine Kehle schnürte sich zu. Er konnte kaum atmen.

Kata reichte ihm ein weiteres Papier.

„Gerichtsbeschluss“, sagte sie. „Ab heute musst du ausziehen. Die Kinder bleiben hier. Bei mir.“

Die Tür schloss sich hinter ihm. Leise. Dima stand im Flur. Allein. Das Haus schwieg. Nur der Wind spielte zwischen den Türen.

Noch nie hatte er sich so klein gefühlt.

Rate article
Add a comment